Logbucheintrag 2016,0226

Mission: vorerst letzter Ausflug
Etappe: heute ist nicht aller Tage, wir kommen wieder keine Frage
Ziel: Henningsvær

Heute sind wir etwas wehmütig aufgewacht denn es ist der letzt Tag hier auf den Lofoten angebrochen. Wir besuchen ein kleines Fischerdorf: Henningsvær

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Im Hafen liegen die Fischerboote und warten auf den nächsten Seegang – hier und da wird ein Boot geschrubbt – der Fang sortiert, der Ausschuss wird zurück in den Fjord gekippt. Netze werden geflickt.

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Wir lassen den Nachmittag in einem kleinen Cafe ausklingen. Als wir die Tür öffnen kommt es uns gleich bekannt vor: Dieses Cafe kennen wir aus einem Fernsehbericht über die Lofoten – wir freuen uns weil wir nicht danach gesucht haben und es trotzdem gefunden haben. Neben Kaffee und selbst gemachten Kuchen werden hier auch noch von Hand Kerzen gezogen.

Wir lassen es uns bei einem richtig leckerem Stück Kuchen gut gehen.

Wie sagt Paulchen Panther so schön: Heute ist nicht aller Tage, wir kommen wieder keine Frage….

– THE END –

Logbucheintrag 2016,0225

Mission: gen Süden
Etappe: der kürzeste Ortsname
Ziel: Å

Als wir gen Süden starten ist das Wetter mittelprächtig ☃ aber das hält uns keineswegs davon ab durch die atemberaubende Landschaft zu cruisen.

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Unser Ziel: Å

Der wohl kürzeste Ortsname der Welt, gleich nach Bø! Å liegt am südlichen Zipfel der Lofoten. Auf der Fahrt dahin müssen wir mehrere Fotostopps einlegen – die schroffen Lofotenberge sind schneebedeckt… Die Fjorde mit Eis überzogen.

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Die Norweger hängen ihren Fisch zum trocknen raus… Getrockneter Fisch der dann 10 Tage in Wasser eingelegt und wieder weich gemacht wird. Die Köpfe sind wohl eine Delikatesse in Afrika, werden bei besonderen Gelegenheiten als Geschenk überreicht.

Je länger die Fische hängen, umso intensiver ist der Geruch, ein Glück das Fotos und Filmmaterial noch geruchlos sind.

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In Å angekommen, ist wie der Name schon sagt nicht viel los, vielleicht 100 Einwohner. Nachmittags klart das Wetter auf und wir müssen noch mehr Fotostopps einlegen.

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Habe ich erwähnt das wir hierbleiben? Liebe Familie, Freunde und Bekannte, zukünftig bin ich nur noch per Lofotenexpress zu erreichen, ach wie schön wäre das😜

Der Abend oder genauer gesagt die Nacht verabschiedet sich mit einer großartigen Lasershow:

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Über eine Stunde wabern die Polarlichter über den Horizont. Mit ein bisschen Glück haben wir genau die richtige Stelle gefunden. Es ist halb 3 nachts als wir ins Bettchen fallen…

Logbucheintrag 2016,0224

Mission: Zeitreise
Etappe: auf den Spuren der Wikinger
Ziel: Borg

Das Volk der Wikinger war sowohl im angelsächsischen, als auch im skandinavischen Raum vertreten und pflegte seine weiten Reisen sogar bis in den Orient, nach Bagdad oder ins Baltikum sowie Russland auszuweiten. Der Hauptgrund der weitläufigen Reisen und Verbreitung der Wikinger war allem voran der Handel sowie selbstverständlich die Plünderungszüge, für welche die Wikinger nachhaltig so bekannt geworden sind.

Auf den Lofoten liegt die Ausgrabungsstätte einer Siedlung, die vermeintlich der Zeit und dem Verfall trotzen wollte: Borg

Die Siedlung geht vom 15ten Jhr. Bis ins 2te Jhr. zurück – in der Wikingerzeit bestand die Siedlung aus über 100 Höfen und an die 2000 Bewohner. In einem Langhaus kann man in die Zeit der Wikinger eintauchen…

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Wir setzen uns auf den Fürstenthron und starten die Zeitreise, anschnallen nicht vergessen. Geschäftiges Treiben und rohe Sitten kommen mir in den Sinn – bärtige Männer klappern mit ihrem Holztellern und verlangen nach mehr Gebräu… Ein rauchiger Geruch kommt mir in den Sinn…

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Henryk der Wikinger:

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Ich öffne die Augen und bin wieder in der Gegenwart… Und woran erkannt man die Gegenwart? Am Notausgangschild In Form eines Rasenden Wikingers…

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Logbucheintrag 2016,0222

Mission: Polarlichtjäger
Etappe: schöner als der Morgen und schwärzer als die Nacht
Ziel: Fotosafari

Früh um sieben hält mich nichts mehr im Bett als ich plötzlich hellwach bin: klarer Himmel, langsam quält sich die Sonne hervor. Ich mache los um die Gunst der Stunde zu nutzen. Ich fahre nach Leknes um die grandiose Aussicht zu geniessen und das Erwachen der Sonne zu beobachten.

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Über dem Haldsvågen Fjord lasse ich die Drohne steigen denn immer wenn man die Dinge von oben sieht, kommt es einem vor als ob man die Dinge zum ersten Mal sieht und so ist es auch diesmal. Die schneebedeckten Berge türmen sich über dem Fjord auf – die Aussicht lässt mein Herz freudig hüpfen.

Drohnenflug

Nach dem Frühstück fahren wir nachmittags an einen Sandstrand: Haukland – ein unglaublich merkwürdiges Bild: Schnee am Strand. Allerdings sind wir bei der Kälte nicht bereit uns die Klamotten vom Leib zu reissen und uns in die Fluten zu stürzen ☃

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Wir lassen uns die Meeresluft um die Nase wehen mir kommt ein neuer Gedanke in den Sinn: das nächste Mal muss ich dann noch die Mitternachtssonne sehen – ein neuer Grund wieder in mein Sehnsuchtsland Norwegen zu fahren!

Abends steht dann noch Polarlicht jagen auf dem Programm: die Vorhersage wird sich bewahrheiten, aber dazu später mehr.

Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes (überwiegend Elektronen) auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und diese ionisieren. Bei der nach kurzer Zeit wieder erfolgenden Rekombinatiom wird Licht ausgesandt. Die Sonnenwindteilchen brauchen auf Ihrem Weg zur Erde 2-4 Tage.

Neben der Aurora borealis (Nordlicht) gibt es auch die Aurora australis (Südlicht) umd wie soll es anders sein: Südlichter kann man am besten in der Südpolregion beobachten. Merker für mich: Südlichter beobachten auf die ToDo Liste setzen.

Bevor wir nach Unstad fahren machen wir einen Vollmond-Fotostopp… Der Mondball wirkt zum greifen nah…

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In Unstad scheint ein geeigneter Ort zur Polarlichtbeobachtung zu sein. Während wir auf das Licht warten machen wir ein paar Faxen mit der Belichtungsfunktion an der Kamera.

Es wird 21:00, es wird 22:00 Uhr… kein noch so kleines Fünkchen Licht will sich zeigen. Aber dann auf dem Rückweg…. Das langersehnte Leuchten….

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Das Spaktakel dauert bis in die Nacht: um 1:00 sind wir noch immer draussen unterwegs um das Licht einzufangen.

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Anmerkung der Redaktion: scharfstellen wird noch geübt

Logbucheintrag 2016,0221

Mission: Wissbegierig
Etappe: Fakten sammeln
Ziel: Klugscheissermodus aus

Die Lofoten… In der Übersetzung Luchsfuß (Lo=Luchs) (foten=Fuß) ist eine Inselgruppe, bestehend aus ca. 80 Inseln. Die Lofoten liegen zwischen dem 67. und 68. Breitengrad, ca. 100 bis 300km über dem Polarkreis – 66. Breitengrad.

Die Landschaft war viele Jahrhunderte karg und kahl, es gab nur noch wenige Bäume, weil der Mensch die meisten Wälder für den Haus-, Schiffs- und Trockengestellbau abgeholzt hatte. Mittlerweile ist der Baumbestand in weiten Teilen der Lofoten wieder erheblich angewachsen.

Ich habe zuerst angenommen, es liegt daran dass wir über dem Polarkreis sind, und die Vegetation deswegen „baumlos“ ist…

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Hauptsächlich die Ostseiten der Inseln sind besiedelt, weil dort Wind und Seegang weniger stark angreifen – die stellenweise über 1200 Meter hohen Berge der Lofoten haben alpinen Charakter und halten allzu starke Wettereinflüsse ab. Die Gezeiten pressen das Wasser mit heftiger Gewalt zwischen den einzelnen Inseln hindurch, so dass zum Teil gefährliche Strudel entstehen

Ich nutze den ruhigen Tag um meine neue Kamera auszuprobieren:

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schliesslich muss ich ja für das morgige Polarlicht gewappnet sein, die Vorhersage ist viel versprechend – also unbedingt die Daumen drücken.

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Das Wetter scheint auch besser und besser zu werden, aber wer traut heute denn noch einer Wettervorhersage.

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Logbucheintrag 2016,2002

Mission: Norwegenblues
Etappe: final destination
Ziel: Lofoten

„Einmal selbst sehen ist mehr wert, als hundert Neuigkeiten hören.
Japanisches Sprichwort“

Inzwischen bin ich das 3te Mal hier – Henryk deutlich öfter. Und dennoch: jedes Mal wieder ein Erlebnis – die Seen sind jetzt zugefroren, die Fjorde Schnee bedeckt – gefrorene Wasserfälle am Strassenrand.

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Mittags nehmen wir die Fähre auf die Lofoten. Schneebedeckt türmen sich die schroffen Bergzüge auf:

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wir lassen uns den Wind um die Nase wehen – ich atme tief durch – und sauge die Energie auf, die mir förmlich entgegen springt: Sehnsuchtsland Norwegen…

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Am Nachmittag erreichen wir dann unsere Hütte für die ganze Woche… Über einen steilen, teilweise eisigen Pfad schlappen wir unser Equipment hoch. Die Hütte ist urgemütlich und von Bäumen umrahmt… Endlich angekommen… Gemütlich lassen wir den Abend ausklingen…

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Logbucheintrag 2016,0219

Mission: Augen auf
Etappe: galoppierende Rentiere
Ziel: Røkland

Uppsala liegt lange hinter uns – in 1100 km wollen wir die norwegische Grenze erreichen – und die letzten 400 km haben allerhand zu bieten… Eine Rentierherde mitten auf der Strasse, die uns trotz mehrmaligen Hupen am Weiterfahren hindert – als hätten die keine Ohren. Sogar die Schweden bleiben stehen und Filmen die stoischen Tiere.

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„schlechte Strassen führen oft zu den schönsten Zielen“

In Skellefteå wechseln wir von der E4 auf die 95 – ab diesem Zeitpunkt bewegen wir uns nur noch auf einer Schnee und Eisbahn. Interessanter weise scheint das Eis unter den schwedischen Fahrzeugen förmlich dahinzuschmelzen – die „Kollegen“ überholen uns mit 100 Sachen während wir mit 70 dahin tuckern, teilweise mit Anhänger. Das einzige was bleibt ist eine Staubwolke aus Schnee und wir sahen uns fragend an: wach ich oder träum ich. Ich sag noch: wenn da ein Rentier auf die Fahrbahn galoppiert, dann sieht es dunkel aus.

Zum Glück behalten wir unseren Fahrstil bei, als Henryk plötzlich starkt abbremst – wir schlingern ein bisschen und können einem „galoppierenden“ Rentier mitten auf der Fahrbahn ausweichen. Naja: galoppierend ist hier ironisch gemeint – trotz Vollbremsung, aufewirbeltem Schneestaub – trottet der Rudi fast wie in Zeitlupe unbeirrbar weiter – er würdigt uns keines Blickes als wären wir nicht da – oder war er lebensmüde? Wir haben ihn nicht gefragt

Als nach einiger Zeit das Herz aus der Hosentasche wieder an seinem Platz zurück gesprungen ist: müssen wir herzlich lachen: Soviel steht fest: „Rentiere galoppieren nicht auf die Fahrbahn, sondern wenn dann sind sie schon auf der Fahrbahn“ Zitat Ende.

Nach dem Schreck gibts dann doch noch einen kleinen Ausblick auf ein schwaches Polarlicht – ein dünner Streifen wabert am dunklen Nachthimmel.

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Am Ende erreichen wir doch noch unbeschadet Røkland in Norwegen. Morgen reissen wir die letzten 400 km runter um zum eigentlichen Ziel zu kommen:

…die Lofoten…

Logbucheintrag 2016,0218

MissionSchwedenblues
Etappe700km auf 2 Pobacken
ZielUppsala

Pünktlich um 13:30 legt die Fähre im Trelleborg an – Einreiseformalitäten lassen sich schnell bewältigen aber dennoch wird der Ausweis genau kontrolliert – wir hängen uns auf die Autobahn E4 – ich habe ja bis zuletzt geglaubt es ist keine Autobahn… aber tatsächlich 2 spurig und Tempo 120 🐌

Aber es lässt sich gut fahren, wenig Verkehr, km-lange Strassen, ohne auch nur den Hauch einer Kurve. Vor uns liegen gut 700km – in Uppsala wollen wir übernachten.

Wenn ich mich richtig erinnere war Uppsala der Walfahrtsort der Wikinger – ein Göttersitz der mindestens einmal im Leben eines jeden Wikingers besucht werden musste.

Bei den Wikingern fallen mir auch gleich wieder die Germanen wieder ein. Die Germanen ein Waldvolk – der Wald wurde verehrt, vergöttert und geliebt. Vermutlich fliesst immer noch ein bisschen germanisches Waldblut durch meine Adern, denn ich liebe den Wald – der Duft des Waldes kommt mir gleich in die Nase… Die Region durch die wir fahren ist ebenfalls gut bewaldet – das muss Schweden sein 👧

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Sehr spät am Abend erreichen wir Uppsala – wir fallen nur noch aufs Bett… Gut. Nacht

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Logbucheintrag 2016,0217

Mission: Nordwärts
Etappe: auf nach Schweden
Ziel: Trelleborg

Hei, hei und ha det bra… Jei heter Sonja… so viel ist von meinem Norwegisch Kurs hängen geblieben. Ich überlege ob mir norwegisch auch in Schweden hilft? Zumindest hei hei ist auch in Schweden gebräuchlich…

Achja: ihr fragt euch sicher grad wohin wir unterwegs sind? Wir haben uns fest vorgenommen das Polarlicht einzufangen – deswegen sind wir auf dem Weg auf die Lofoten – wo könnte man auch besser Polarlichter einfangen als jenseits des Polarkreises… Dafür legen wir gerne an die 3000 km zurück – kein Weg ist uns zu weit… 😊

In den letzten Tagen bin ich öfter gefragt worden: macht ihr das mit’m Motorrad? Wäre naheliegend, aber nein: diesmal ist das Auto voll bepackt – vor ca. 2 1/2 Stunden haben wir die Fähre in Rostock nach Trelleborg geentert…

Ein ziemlich alter Dampfer, hat bestimmt schon bessere Zeiten gesehen – aber es schwimmt…

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Wetter ist regnerisch und diesig, aber die Urlaubsfreude lässt sich dadurch nicht beeinflussen…

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„eine Reise von 1000 Meilen beginnt immer mit dem ersten Schritt“ mein Lieblingszitat von Laotse… und wir sind bereits mitten im Anmarsch..

…to be continued…