Logbucheintrag 2015,0613

Mission: Bergpredigt
Etappe: Über Stock und über Stein
Ziel: Preikestolen

Der Preikestolen ragt senkrecht über 600m aus dem Lysefjord. Das gewaltige Felsplateau ist for über 10000 Jahren aus einer Frostsprengung entstanden. Ich hoffe er hält noch weitere 10000 Jahre, da das Eichhörnchen Scratch nicht in Sichtweite ist als wir ankommen. Nach ca. 1 Std. 45 Minuten Wanderung wieder Bergauf, bergab über stock und Stein, dafür ohne Schneefelder simd wir angekommen.

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Ich bin mutig und setze mich an die Kante… die Beine baumeln in 600m Höhe. Der Körper nimmt automatisch eine zusammengekauerte Haltung ein. Ein bisschen mulmig ist mir dabei schon.

Die Aussicht ist grandios… der Lysefjord ist 42km lang und bei guter Sicht gibt es hier oben viel zu sehen. Wir machen Brotzeit umd geniessen die Aussicht bevor wir wieder ins Tal absteigen.

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Da diese Wanderung deutllich leichter ist, treffen wir auf dem Weg viele Wanderer.

Es ist früher Nachmittag als wir wieder den Parkplatz erreichen. Wir fahren noch gut 170km weiter. Das nächste Zwischenziel ist Røldal. Der Weg schlägelt sich durch eine Vielzahl von Tunnel. Hier sind die Berge noch schneebedeckt. Vorbei an tosenden Wasserfällen. Der Ort liegt am Ende eines kleinen Sees.

Zum Abschluss besuchen wir noch die im 13. Jahrhundert erbaute Stabkirche. Eine Holzkirche… ich denke nur bei mir: wo ist das Streichholz… Mir ist kalt.

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Wir schlagen unser Lager in einer Hütte auf… die Motorräder beiben draussen… und wir Esel bleiben diesmal drinnen.

Logbucheintrag 2015,0612

Mission: Im Sausewind herum
Etappe: rund um Stavanger
Ziel: den Esel satteln

Heute früh beschließen wir noch einen Tag länger zu bleiben – wir wollen nachmittags auf den Preikestolen wandern. Da aber jede Menge Touris unterwegs sind wollen wir erst eine Runde mit dem Motorrad drehen. Da mir noch kein finaler Name für mein Bike eingefallen ist, nenne ich ihn gerade Esel. Manchmal ein bissi störisch, aber der Esel gewöhnt sich langsam an mich, äh ich an ihn 😀

Als wir zurück auf den Campingplatz kommen lohnt es sicht nicht mehr auf den Preikestolen da wir für die letzten 40km eine gefühlte Ewigkeit brauchen. Man glaubt es kaum, aber es gibt in Norwegen auch Staus. Feierabendverkehr in den Ballungszentren, und Wartezeiten an Fähren… etc. Während wir warten erzählt uns ein Norweger in Sandes gibt es morgen ein Radrennen, noch ein Grund für den Stau. Wenn die Norweger in die Städte einfallen, dann dauert dass am Kreisverkehr…

– also bleibt uns nichts anderes übrig als zu grillen….

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Logbucheintrag 2015,0611

Mission: Der Natur trotzen
Etappe: Der Kjerag fordert seinen Tribut
Ziel: Wandern

Heute fahren wir zurück auf 560m um unsere Wanderung zum einem eingeklemmten Felsbrocken dem Kjeragbolten, zu starten. Die Wanderung dauert laut Aushang ca. 5 Stunden hin und zurück. Wir müssen auf 1110m aufsteigen – die Höhe lässt sich nur über 3 Peaks bewältigen, dazwischen ist immer ein Minital – Abstig ca. 100m – also rauf, runter, rauf, runter… Lt. Wanderführer ist die Wanderung als schwarze Route gekennzeichnet… also sehr anspruchsvoll.

Wir wissen auch alsbald warum! Glatte Felsen… tiefe Schneefelder und das ganze in Schlangenlinien rauf und runter! Wir kommen schnell ins schwitzen… klettern mehr schlecht als Recht auf Felsen… oder eher krabbeln… passieren Felsebenen und tiefe Schneefelder auf und abwärts! Und die Sicht ist Schlecht – den 3ten Gipfel können wir kaum erkennen.

Nach 2 Stunden haben wir ein bisschen mehr als die Hälfte geschafft… als wir den Aufstieg auf den letzten Gipfel sehen:

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Sonja sucht den Gipfel

Sonja sucht den Gipfel

Eine ziemlich steile Schneewand verheißt nichts gutes: einzelne tapfere Wanderer stapfen durch den Schnee hinauf – wir gehen nur 1/4 hinauf und beschliessen umzukehren… zumal die Wolkendecke kaum aufreisst. Einen Blick auf den Brocken ist so oder so unrealistisch… Wir kehren um!

Zurück auf dem Parkplatz können meine Handschuhe, Socken und Schuhe ausgewrungen werden… Anstrengend wars, aber irgendwie auch schön.

Wir kochen Kaffee…

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Um 18:00 legt die Fähre nach Foresand ab, wir sind dabei! Die Fahrt dauert 2 Std. 20 Min.

Inzwischen haben wir wieder strahlenden Sonnenschein und wir schippern durch den Fjord… Hohe Steilwände rechts und links… die Aussicht ist grandios!

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Die Fähre ist zugleich Touri-Fähre. Sie hält an Wasserfällen und an einer Höhle. Dabei fährt die Fähre so nah an den Felsen heran, als würde sie gleich die Luft anhalten und in der Höhle verschwinden

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Vorbei am Preikestolen.

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Morgen wollen wir zu diesem Felsplateau wandern….

Logbucheintrag 2015,0610

Mission: Regentropfen zählen
Etappe: Ein Tag am Lysefjord
Ziel: Ziellos

Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

08:30 Uhr morgens Koordinaten: 59° 0′ N , 6° 14′ O – die Wolkendichte steigt!

Wir frühstücken und fahren dann zum Wanderparkplatz – Sicht gleich Null und der Regen wird stärker! Die Wolken hängen tief!

Auf den Wanderweg zum Kjerag kann man nichts ausser Wolken sehen! Allso starten wir die Wanderung erst gar nicht und fahren wieder ins Tal auf unseren Campingplatz, der inzwischen verwaist ist!

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Der Wetterbericht verspricht für morgen wieder Sonnenschein, also bleiben wir im Pub am Campingplatz und relaxen! Beobachten wie eine Horde KorianerINNEN das Pub stürmen, sich mit anderen deutschen Bikern fotografieren lassen! Sie verteilen noch korianische Snacks…. eine eigenartige Begegnung 😉

Wir watscheln ein wenig im Regen umher um dann tropfnass zurück ins Pub zu kehren. Alles in allem sehr relaxed…

Ich nutze die Zeit um den Blog auf Stand zu bringen und die ersten Bilder zu sichten…

Morgen gibts dann hoffentlich ein Foto vom Kjeragbolten!

Logbucheintrag 2015,0609

Mission: Immer noch westwärts
Etappe: Schneeschneisen
Ziel: Lysefjord

Reisen ist besonders schön, wenn man nicht weiß, wohin es geht. Aber am allerschönsten ist es, wenn man nicht mehr weiß, woher man kommt.

Wir packen unsere sieben Sachen zusammen und starten gg 11:00 – fahren in den nächsten größeren Ort und stocken unser Proviant auf – der Plan ist eine Wanderung zum Kjeragbolten – ein eingeklemmter Felsbrocken zwischen 2 Felswänden.

Die Strasse dorthin führt uns an schneebedeckten Bergen, gefrorenen Seen und durch mannshohe Schneeschneisen – der Winter ist also auch im Südwesten hart und andauernd! Eine tolle Strecke – da kommt ein bisschen James Bond Feeling auf, fehlt nur noch der Jaguar auf der Strecke – naja mein Tiger geht auch als Wildkatze durch 🙂 braust zumindest sehr geschmeidig durch die Kurven! Henryk filmt die Strecke mit unserer Actioncamera!

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Wir trödeln an schönen Aussichtspunkten, machen Fotos und lassen uns die Sonne auf den Pelz scheinen!

Es wird nachmittag bis wir den Wanderparkplatz von Kjerag erreichen – zu spät um noch loszugehen – also fahren wir ins Tal zum Campingplatz! Wieder Spitzkehren…

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Der Campingplatz liegt direkt am Fjord Lyse! Tosende Wasserfälle plätschern ins Wasser… die Schafe weiden… Wir grillen…. und lassen den frühen Abend ausklingen.

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Es ist wenig los auf dem Platz, ein paar hartgesottene Deutsche mit Motorrad, viele mit Auto und Zelt, wenige Wohnmobile…

Morgen wollen wir dann zum Kjeragbolten sofern das Wetter hält!

Logbucheintrag 2015,0608

Mission: Go West
Etappe: Vråliosen
Ziel: Kjeragbolten

Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen anderen Vorurteilen auf.
Oscar Wilde (1900 – 1956)

200 gefahrene Kilometer liegen hinter uns und Oslo als wir bei dem schönen Wetter beschließen nachmittags schon einen Campingplatz am See Nisser unser Lager aufzuschlagen.

Die Route hat uns westwärts geführt – am Anfang noch über die E18 raus aus der Stadt. Dann feht es weiter auf kleineren Strassen an malerischen Fjorden und Seen vorbei.

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Ein paar Spitzkehren lassen mich schwitzen… und ich bin dankbar nach dem Pass die warmen Sonnenstrahlen am Campingplatz zu geniessen.

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so jetzt gibt es erstmal Vesper und morgen gehts dann zum Kjeragbolten…

Logbucheintrag 2015,0607

Mission: Eine Fährfahrt die ist lustig
Etappe: Übersetzen
Ziel: Oslo

Heute beginne ich mit einem Zitat:

Eine Reise von 1000 Meilen beginnt immer mit dem ersten Schritt
(Lao Tse)

Der erste Schritt ist längst getan… allerdings ob es bei 1000 Meilen bleibt ist nicht allzu fraglich!

Wir frühstücken in der Seniorenrunde, die Unterkunft hat zum Rollatorbrunch geladen. Alle Zähne die nicht niet und nagelfest im Kiefer verankert waren, haben sich in unserem Gasthof zum Sonntagsbrunch getroffen. Da sag noch einer Senioren brauchen Ruhe, eine Horde Kindergartenkinder wären im Seniorengetöße glatt unter gegangen.

So gg. 11:00 Uhr sind wir dann los, tanken und dann zum finalen Ziel – Nordufer zur Fähre Richtung Oslo.

Die Auffahrt war leichter als gedacht – viele Motorradfahrer – wir lassen der Gang den Vorrang, und bilden das Schlusslicht – Henryk sichert die Motorräder und dann beziehen wir die Kabine.

Woran merkt man eigentlich das man in einer 4er Kabine unter gebracht ist? An der Anzahl der Zahnbecher in der Nasszelle –

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ziemlich cool – da wir mit einem Bunkerloch gerechnet haben – jetzt haben wir Promenadenblick…

Wir geniessen die Ausfahrt aus Kiel – und für all diejenigen die noch nie ein trocken gelegtes U-Boot gesehen haben, voila:

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Abends passieren wir die Öresundbrücke – als wir direkt drunter sind hat man den Eindruck die Brücke fährt über uns drüber und nicht wir unten durch!

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Logbucheintrag 2015,0606

Mission: Urlaub starten
Etappe: Hannover anpeilen
Ziel: Km für Km

Samstag 09:00 Uhr, der Planet brennt, die Schweißperlen tropfen und was mit der Frisur ist, ist eh egal!

Auf los gehts los, noch schnell ein Foto geknippst, dann sind wir auf der Strasse.

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Wir rollen gen Norden, angepeiltes Ziel ist erstmal Hannover, so nah wie möglich an Kiel ran. Die Reifen rollen gut und die A7 ist gähnen leer – wir kommen gut voran – machen ausgedehnte Pausen da wir ja null Stress haben – die Fähre geht ja morgen erst, um 14:00 Uhr.

Um 14:00 Uhr 20 km vor Hannover beschliessen wir das Hotel in Hannover zu stornieren! Booking.com sei Dank – Storno zum Nulltarif – der Kurs heißt weiter Richtung Norden. Da es so gut rollt, kein Stau trotz der vielen Baustellen geben wir Gas… km für km kommen wir an Kiel heran – der Elbtunnel im Hamburg ist frei. Davor hatte ich Respekt und als wir durch den Tunnel durch sind, noch immer kein Stau! Ein Brocken so gross das er die Einfahrt des Tunnels versperren könnte, plumst mir vom Herzal… Stopp and Go aufm 2Rad sind nämlich kein Zuckerschlecken…

Die letzten 100 km wollen gefahren werden… letzter Zwischenstopp 45 km vor Kiel, noch schnell die Unterkunft in einem verschlafenen Nest bei Kiel klargemacht und dann unfassbar:

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Wir sind in Kiel!

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Bin schon ein bisserl stolz auf mich, damit hätte ich nie im Traum gerechnet das es soooo gut klappt mit der Fahrerei!
Jetzt können wir morgen ausschlafen, gemütlich frühstückem und dann auf die Fähre trödeln…

Soooo Cooooool!

Logbucheintrag 2015,0605

Mission: Equipment zusammenstellen
Etappe: Koffer füllen
Ziel: Losfahren

Es ist Freitag mittag – wir sind noch zuhause, draussen brennt der Planet mit 27 Grad

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Wir waren gerade noch unterwegs die letzten Sachen zu kaufen, ein bisserl was zu beißen… schnell wieder heim… *schwitz*

Mein Wetter ist das nicht: viel zu heiß! Meine Wohlfühlzone liegt bei 23 Grad – Sonne, blauer Himmel und ein laues Lüftchen! Aber es hilft alles nichts die Koffer wollen gefüllt werden!
Diesmal sind wir 3 Wochen unterwegs und wollen öfter wandern gehen, daher türmt sich der Klamottenberg ein wenig höher! Aber wir haben ja jetzt doppelt so viel Stauraum.

Das Wetter in Norwegen verspricht sonnig zu werden – 17-21 Grad kaum Wolken am Himmel – wir werden sehen. Nichtsdestotrotz haben wir wie für ne Wintertour gepackt – vermutlich schwitzen wir uns nen Wolf…

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Morgen gehts dann bei Zeiten los in Richtung Fähre. Bis nach Kiel sind es knapp 700km die wir in 2 Etappen fahren: morgen bis Hannover und am Sontag früh die restlichen 250km. Alles hoffentlich stress- und staufreier als beim letzten Mal. Letztens waren wir 30 Min vor Fährabfahrt am Checkin und der Puls auf 180!

Inzwischen sind auch die Koffer gepackt:

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