Logbucheintrag 2015,1005

Mission: Wasserfälle zählen
Etappe: 8km auf Freiers Füssen
Ziel: Plitvicer Seen

Das ist das Angenehme auf Reisen dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Der Nationalpark Plitvicer Seen ist für seine kaskadenförmig angeordneten Seen weltbekannt, von denen an der Oberfläche derzeit 16 sichtbar sind. Wer kennt die bekannten Karl May Verfilmungen nicht?

Am Eingang entscheiden wir uns für den 8km langen Fussmarsch.

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Holzstege führen uns an unzähligen Wasserfällen vorbei. Die Seenlandschaft strahlt mit der Sonne um die Wette. Das Wasser ist glasklar und man kann überall bis auf den Grund sehen.

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Zwischendurch schippern wir im Elektroboot über den grössten See, dann schlängelt sich der Weg weiter in den Wald hinein und um die nächste Kurve passieren wir wieder Wasserfall um Wasserfall. Der Herbst hält bereits Einzug, die Bäume leuchten goldgelb.

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Wir haben Glück es ist Nachsaison. Es sind noch immer ein paar Busse unterwegs, aber die Masse hält sich in Grenzen. Zur Hauptsaison ist das hier kein Vergnügen. Vermutlich auch wenig spektakulär, da ich annehme dass die Wassermassen deutlich weniger sind.

Ich knipse dennoch was der Zeigefinger hergibt.

Nach fast 6 Stunden sind wir wieder am Parkende… ein schöner Tag in der Natur.

Logbucheintrag 2015,1003

Mission: Multifunktionstest
Etappe: Auf Winnetou’s Pfaden
Ziel: Paclenica NP

Im Paclenica NP wurden die meisten Szenen vom „Schatz im Silbersee“ gedreht. Tatsächlich kommt es einem schon ausserhalb der NP vir als müsste Winnetou gleich auf dem Felsvorsprung auftauchen. Das graue schriffe Gebirge ähnelt riesigen Betonbergen.

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Wir wandern im Nationalpark – der Wetterbericht weist uns freundlich darau hin: ab 12:00 Uhr mittags Regenwahrscheinlichkeit 95%.

Aber das kann uns doch nicht abschrecken. Das Gebiet ist bei vielen Kletterern beliebt – die steilen Wände laden dazu ein.

Der Weg schlängelt sich immer weiter bergauf. Ich grübele welche der Filmszenen wohl hier gedreht wurden. Tatsächlich haben wir vor Abreise noch den Schatz im Silbersee in der Flimmerkiste gesehen.

Pktl. um 12:00 mittags werfen wir dann vom tröpfeln eingeholt… wir hätten die Uhr danach stellen können. Aus den tröpfeln wird ein Platzregen. Zitat Henryk: „es war ein Huscher“

Bis wir wieder im Tal sind, ist auch der Schlüpper triefnass…

Den restlichen Tag verbringen wir an der Adria zum einen mit Trocknen der Schlüpper und zum anderen mit den Auffangen der Sonnenstrahlen. An der Adria beruhigt sich der Regen schnell und wir wärmen uns wieder auf..

Und ganz nebenbei erweist sich das Motorrad als Multifuntionsgerät:

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Aber schön wars trotzdem…

Logbucheintrag 2015,1002

Mission: Inselhopping
Etappe: Mondlandschaft
Ziel: Pag

Den gestrigen Abend haben wir in Zadar ausklingenlassen. Zum Abendessen gab es Wolfsbarsch und ein Gläschen Wein inmitten der winzigen Gässchen der Altstadt Zadars.

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Die schmalen Gässchen sind mit glänzenden Marmorsteinen gesäumt. Im 2. Jahrhundert v. Chr. unterwarfen die Römer die Stadt, bauten ein Kapitol Befestigungsanlagen, Thermen und einen Aquädukt. Dieser römische Einfluss ist bis heute deutlich zu spüren.

Wir schlendern mit einem Eis durch die Nacht…

Heute früh brechen wir dann zum Inselhopping auf. Eine karge Mondlandschaft liegt for uns. Die Insel Pag ist ca. 60km lang die wir bis ans Ende fahren. Mit einer Fähre setzen wir dann wieder aufs Festland über.

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Wir verbringen die Nacht auf einem Campingplatz an der Adria. Ich halte meine große Zeh ins Wasser umd ziehe den auch gleich wieder zurück – ich hab Angst das er blau vor Kälte anläuft.

Henryk gewappnet mit Badelatschen stürzt sich eisern in die Fluten.

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Er schwimmt der Abendsonne entgegen, am Ende entschließt er sich doch wieder zurück ans Ufer zu watscheln…

Logbucheintrag 2015,0928

Mission: Gestrandet
Etappe: Umweg über Erebor
Ziel: Dem Bora trotzen

Heute fahren wir weiter in südliche Richtung. Einen letzten Stopp in Slowenien haben wir eingeplant: Die Skocjan Höhlen. Der Fluss Reka hat dieses riesige Höhlensystem vor 250 000 Jahren gebildet. Ein unterirdischer Canoyn liefert den Beweis.
Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Wir schliessen uns einer Führung an. ca 3 km liegen vor uns, davon 2km unterirdisch.

Riesige Kalkgebilde türmen sich auf und hängen von der Decke. In der Halle der Stille erfahren wir wie still die Stille wirklich sein kann. Ein bisschen Gänsehaut hab ich da schon, soooo schön still!

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Immer tiefer in den Berg hinein beschleicht mich das Gefühl im Berg Erebor zu sein. Vielleicht lauert nach der nächsten Ecke schon der Drache Smaug. Alte Wege und provisorische Stufen untermauern den Eindruck.

Wir passieren über eine Eisenbrücke ca. 80m über der Reka den Canyon. Der Fluss dümpelt so vor sich hin. Man hört in rauschen. Vereinzelte Markierungen zeigen wie hoch der Flüss gestiegen ist – über 100m in den 60iger Jahren. Wenn man kein Rauschen vom Fluss hört, sollte man lieber die Beine in die Hand nehmen und rennen – denn dann ist der ganze Canyon überflutet.

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Letztes Jahr im November musste die Höhle für mehrere Tage schliessen, wg. der Überschwemmung einiger Touristenpfade.

Sir fahren weiter, der Sonne entgegen.

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Dabei ist der Bora ein ständiger Begleiter. Der Sind weht zur Zeit mit über 40km/h und hindert uns an der Überfahrt nach Krk.

Der Bora ist ein trockener, kalter und böiger Fallwind zwischen Triest der kroatischen Adriaküste. Winde vom Bora-Typ gehören mit ihrer Häufigkeit und ihren hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten, vor allem zwischen Triest und der Nordwest-Küste Kroatiens sowie in Teilen Süddalmatiens und Montenegros, zu den stärksten der Welt. Spitzengeschwindigkeiten einzelner Böen erreichen hier Werte von bis zu 250 km/h.

Wir bleiben die nächsten 2 Tage auf einem Campingplatz – vielleicht beruhigt sich der Bora.

Logbucheintrag 2015,0928

Mission: 3 Grenzübertritte in 3 Tagen
Etappe: Letzte Grenze voraus
Ziel: Kroatien

Willkommen zurück und und ihr seid „live“ dabei, wenn es wieder heißt: „Fels on the road again“.

Seit gestern haben wir 750 km in südlicher Richtung zurück gelegt. In Windeseile durch Österreich durch. Am Grenzübergang Obersberg zu Österreich was das allbekannte mediale Topthema: „Flüchtlingsstrom“ nicht zu spüren. Der Grenzposten war nicht besetzt, kein Flüchtling weit und breit, kein Auto weder in unserer Richtung noch in die Richtung nach DE.

Da stellt sich mir umsomehr die Frage, was darf man den Medien heutzutage noch alles glauben?

Aber zurück zum eigentlichen Thema… Gestern haben wir das Dachsteingebiet links liegen lassen. Auf 2.200m liegt bereits der erste Schnee. Wir überqueren den Tauernpass. In Obertauern liegt die Temperatur bei 4 Grad! Die gestrige Tagesetappe endet nach 544km in Bad Kleinkirchbach – bekannt für sein Skigebiet um den St. Oswald herum.

Heute vormittag treten wir am Wurzenpass nach Slowenien über. 60km im Landesinneren machen wir einen Stop am Bleder See. Ein großer See umrahmt von hügeligen Wäldern – in der Mitte trohnt eine Kirche und gegenüber wacht auf einem schroffen Felsen eine Burg.

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Henryk versucht sich als Kapitän – wir äh, er rudert übern See zur Kircheninsel. Als ich das Trommeln der Galere anstimme, bietet er mir den Platz am Ruder. Das lehne ich dankend ab, mit der Begründung: „Ich muss nur schön sein“.

Nachmittags geht es weiter durch Slowenien… Die kurvigen Strassen müssen ein El Dorado für Motorradfahrer sein… Allerdings lässt der Asphalt zu wünschen übrig.

In Nova Gorica schlagen wir unser Nachtlager auf. Morgen wollen wir dann weiter Richtung Skocjanske Höhlen. Slowenien ist bekannt für sein ausgeprägtes Höhlensystem – dafür wurde es auch UNESCO Weltkulturerbe.