Logbucheintrag 2017,0823

Mission: Magnus ans Ende der Welt bringen
Etappe: die letzte Etappe
Ziel: Nordkapp

Gestern vor genau 3 Jahren waren wir am Nordkapp – damals war ich auf Sozia auf Henryk’s Maschine. Henryk und die Motorrad-Truppe wird morgen wieder zu Magnus und mir stoßen – dann sind wir endlich wieder vereint, und darauf freue ich mich besonders. ❤️

Für mich ist es eine außergewöhnliche Erfahrung alleine bis ans Ende der Welt zu fahren, wenn gleich auch mit einem 4-Rad – und Magnus ist wirklich eine grandiose Investition – ich freue mich auf viele weitere schöne Unternehmungen gemeinsam mit Henryk und Magnus. Wer jetzt denkt ich würde Motorrad-Fahren an den Nagel hängen, der irrt sich gewaltig! Denn eins steht noch immer aufm Plan: als nächstes den Tiger ans Nordkapp bringen. Allerdings mit einem etwas gemütlicheren Zeitplan, denn 3 Wochen sind für mich und Motorrad einfach zu wenig.

Nach dem Nordkapp ist vor dem Nordkapp.

Dieses Foto werde ich bestimmt nicht zum letzten Mal gemacht haben:

Doch von Altå aus sind es noch knapp 235 km – die ich heute überwiegend in strahlender Begleitung bewältigen werde.

Es ist halb 4 als ich in Hønningsvåg ankomme, ich habe heut früh sehr getrödelt und wieder viele Fotostopps eingelegt. Inzwischen ist das gesamte Equipment zum Vorschein gekommen und hat es sich häuslich auf dem Beifahrersitz eingerichtet.

Ich beziehe einen Tag früher als geplant die Hütte und richte mich auch gleich häuslich ein.

Auf der Fahrt begegnet mir das erste Rentier, noch eins, und eins mit Jungtier… und ein weißes, und auf einmal ganz viele

Ein englisches Schiff passiert im August 1553 auf der Suche nach einem Seeweg nach China den Nordkapfelsen: North Cape war geboren. Leider war diese Mission nicht von Erfolg geprägt – das Schiff kommt schließlich in der Nähe der Küste von Arkhangelsk in Russland an.

Dann die letzten 35km zum Ende der Welt – auch wenn das Nordkapp nicht der nördlichste Punkt ist, für mich ist und bleibt es das Ende der Welt. Vermutlich liegt es daran das seit je her die Menschen jede Strapaze auf sich genommen haben um hier hin zu kommen, sei es auf dem Land-oder Seeweg.

Das Nordkapp liegt auf 71° 10′ 16″ nördlicher Breite, rund 2000 Kilometer vom Nordpol entfernt und 514 Kilometer nördlich des Polarkreises.

weil es so viel zu erzählen gibt, folgt die Fortsetzung in Kürze…

Temperatur (F/M/A): 8 Grad hält sich die Waage
Must/Don’t See: Nordkapp
Tagesetappe(Start/Ende): 11:30 – 15:30
gefahrene km: +/- 235
Lager: Norkapp Camping AS
Ein Wort /Satz in der Landessprache: en glass øl

Logbucheintrag 2017,0822

Mission: missionslos
Etappe: ich kann’s fast schon sehen
Ziel: 235km vorm Nordkapp

Ich verlasse den eisigen Campingplatz – aber nicht ohne die Drohne noch am frühen Morgen in den Himmel zu schicken – dafür sind jetzt die Finger blau – die Handschuhe die ich extra für solche Aktionen gekauft hab, sind völlig unbrauchbar – aber das ist jetzt Luxusjammerei. Bevor die Finger abfallen, mach ich mich auf den Weg immer in Richtung Norden: Alta steht auf dem Ziel – von hier aus sind es noch ca. 235km bis ans Nordkapp.

Auf dem Weg passiere ich Fjord um Fjord – ich halte längst nicht mehr an jedem an, so viele tolle Fotomotive kann ich gar nicht verdauen –

außerdem komm ich dann ja nie an! Die E6 hier oben bietet wirklich tolle Aussichten auf Wasserfälle und Gletschermassive der Lyngenalpen.

Ich passiere ein Fjell auf 405m ü.N.N – ziemlich Windisch hier oben – aber eine tolle Aussicht, wenn sich da nicht ne Grinsebacke ins Bild gemogelt hätte

Kurz vor Alta dann doch noch ein Fotostopp: Altafjord muss mit.

Ich bin um 14:30 Uhr am Ziel – gehe grad noch einkaufen und fahre dann auf einen altbekannten Campingplatz – nach einer durchfrorenen Nacht und auch aus nostalgischen Gründen (Gell, Henryk) bleibe ich in einer Hütte. Welches Hütterl hätten denn gern?

Anmerkung der Redaktion: die Hütte 12 riecht inzwischen nicht mehr nach Bratkartoffeln

Also ändern wir das und machen aus einer Bratkartoffel-Hütte eine Bratkartoffel-Lachs-Hütte 😜 Vielleicht komm ich dann in 3 Jahren wieder um den Geruchstest zu machen.

Soderla: es ist angerichtet… und soooo schön möglich warm in der Hütte ♨️

Temperatur (F/M/A): zwischen 1 Grad und 8 Grad
Must/Don’t See: hier oben ist die E6 schon ein Panorama wert
Tagesetappe(Start/Ende): 10:00 – 14:30
gefahrene km: +/- 294km
Lager: Alta Strand Camp
Ein Wort /Satz in der Landessprache: Kjøkken

Kein Mensch muss müssen
Gotthold Ephraim Lessing

Logbucheintrag 2017,0821

Mission: dem Ziel ein bisschen näher
Etappe: 825
Ziel: 250kn vor Alta

Heute versuche ich die E6 solange wie möglich zu meiden, also juckele ich bei Sortland über die 85/83 und später über die 825 bevor ich mich noch ein Stück auf die E6 hänge. Die 825 ist eine tolle Alternative um Narvik zu umfahren – allerdings auch eine sehr schlecht asphaltierte Straße – aber genial zum Motorrad fahren – die Straße ist also ins Pflichtprogramm aufgenommen

Temperatur (F/M/A): nicht über 10Grad und in der Nacht 1 Grad
Must/Don’t See: 825
Tagesetappe(Start/Ende): 10:00 – 17:45
gefahrene km: +/- 390km
Lager: Brennfjell Camping
Ein Wort /Satz in der Landessprache: høyre side

Auf dem Campingplatz Nähe Skibotn bin ich neben 2 Norwegern die einzige.

Auf das heutige Abendessen freue ich mich schon den ganzen Tag – bewaffnet mit Handschuhen und Mütze kann mir die Kälte nix anhaben: es wird draußen gekocht!

Alexander Hermann, nimm dich in Acht jetzt komm ich! 🙈

Ein Festmahl wird es werden… 😻

Sooooooo…. lecker….

Was? Schon alle? 😱

Ahhh nee – es gibt noch Nachschub!

Und dazwischen immer wieder Fireball in den Tee kippen – damit es auch von innen wärmt 🌞

Humor ist der Knopf, der verhindert dass uns der Kragen platzt
Joachim Ringelnatz

Logbucheintrag 2017,0820

Mission: auf neuen Wegen
Etappe: dem Regen trotzen
Ziel: Andøy

Der Morgen auf Versterålen beginnt mit einem norwegischen Kaffeeschnorrer – eigentlich war er nur auf Magnus neugierig – und ich hab die Gelegenheit mal wieder beim Schopf gepackt meine Sprachkenntnisse unter die Leute zu bringen. Ich biete ihm Kaffee an und warne ihn das der vielleicht zu stark sein könnte – aber als er den italienischen Kaffeekocher sieht, fingen seine Augen an zu leuchten: „bare bra Kaffe“

Im Gegenzug luchse ich ihm ein Must-Do in Vesterålen ab: Nyksund

Doch kurz ein Wort zu Vesterålen – eine Inselgruppe die direkt an die Lofoten angrenzt – um ehrlich zu sein – der bessere Geheimtipp – da noch nicht so überlaufen, also pssst… nicht weitererzählen.

Die Region bietet eine sehr abwechslungsreiche Landschaft: Schroffe Gebirgsformationen erheben sich direkt aus dem Meer, während einsame, weiße Sandstrände Assoziationen mit südlichen Ländern aufkommen lassen. Es gibt Fjorde, Schären, Flüsse und Seen, Moore, einsame Gebirgstäler und kleine Hochebenen. Der höchste Berg der Region ist mit 1.262 m der Møysalen auf der Insel Hinnøya.

Allerdings werde ich heute aufgrund der Wetterlage nur eine kleine Vorschau von der ganzen Pracht erhaschen – umso mehr ein Grund nochmal wieder zukommen.

Also mache ich mich nach ein bisschen Inselhopping auf den Weg nach Nyksund. Der Ort hat ganze 15 Einwohner und war ursprünglich ein Fischerdorf, welches in der Vergangenheit des Öfteren verlassen wurde als es keine ausreichende Lebensgrundlage für die Fischerei gab. Bekannt geworden ist Nyksund inzwischen für seine Reggae- und Ska-Konzerte sowie seine Gastronomie. In den letzten Jahren stieg der Anteil norwegischer Bewohner wieder.

Die letzten 10km ist wieder Schotterpiste, während andere Bullshit-Bingo spielen, spiele ich Schlagloch-Bingo – vor mir quält sich eine Frankreich-Raupe in Schlangenlinien durch die Schlaglochminen – das Gefährt sieht ziemlich ulkig aus.

Angekommen bin ich trotzdem – erinnert mich ein wenig wie eine Geisterstadt, aber das ein oder andere Kaffee hat geöffnet – ich versuche Ausschau nach Walen zu halten, aber der einzig dicke Blauwal den ich zu sehen bekomme ist Magnus.

Da der Wind deutlich zu nimmt trete ich die Weiterreise – in Richtung Norden: Andenes – hier möchte ich auf die Fähre nach Senja gehen – auf der Strecke beschleicht mich ein ungutes Gefühl – ob die Fähre bei dem Wetter überhaupt fährt? 100km später weiß ich es dann: alle weiteren Fährfahrten sind wg. Sturm erstmal bis auf weiteres gecanceled – ich halte an einem Campingplatz an der Küste und kann kaum aussteigen – alles wackelt und pfeift dicke – hier will ich nicht bleiben – also zurück in Richtung Sortland – in der Mitte bleib ich auf einem Campingplatz – hier ist es nicht gar so windig.

Temperatur (F/M/A): 11 Grad und nichts geht mehr
Must/Don’t See: Vesterålen – noch al. kommen bei guten Wetter
Tagesetappe(Start/Ende): 10:00 – 17:15 immer noch da
gefahrene km: +/- 250km
Lager: Andøy Friluftsenter
Ein Wort /Satz in der Landessprache: en kop kaffe

Die Schönheit der Dinge lebt in der Seele dessen, der Sie betrachtet
David Hume

Logbucheintrag 2017,0819

Mission: runter und wieder rauf
Etappe: der Sonnenbrand ist nicht weit
Ziel: die Seele baumeln lassen

Heute gibt es nicht viele Worte… einfach wunderbar…

In Sakrisøya gibts an Sakrisch guten Fiskeburger med Laks-topping – und die Aussicht ist gratis dabei

Fragt lieber nicht nach dem Preis (tohundretfemti Kroner ) – aber ich hab nicht mal mit der Wimper gezuckt – Das Leben ist zu kurz um geizig zu sein

Temperatur (F/M/A): 19/20/21 – ich korrigiere,um 21:30 ists Sch..kalt ☃️
Must/Don’t See: Lofoten rauf und runter
Tagesetappe(Start/Ende): 10:20 – 19:15 45 Sortland (Vesterålen)
gefahrene km: +/- 250km
Lager: Sortland Camping
Ein Wort /Satz in der Landessprache: Så fint

Am Ende des Tages muss ich wohl irgendwo falsch abgebogen sein, denn ich bin jetzt auf den Vesterålen – doch dazu in Kürze mehr

Glück ist Selbstgenügsamkeit
Aristoteles

Logbucheintrag 2017,0818

Mission: rüber übern Teich
Etappe: In die falsche Richtung
Ziel: hier bin ich zuhause

Wahrscheinlich liegt es an der norwegischen Luft, da ich wie extrem gut schlafe – sehr ungewöhnlich für mich, da ich bekanntlich an Insomnia-Manie leide – ich starte langsam in den Tag – mit Kaffee satt und gemütlicher Trödelei – die Fähre fährt mir ja nicht weg, eine der stdl. fahrenden Fähren werde ich schon erwischen – außerdem erwartet mich früh um halb 9 bereits warme Luft – es hat schon 19 Grad 🌞🌞

Bis Bognes sind es noch gute 45km – und die Strecke ist mir gut bekannt – hier sind wir 2016 im Winter schon mal lang gecruised, auch auf die Lofoten. Ich freue mich total die Lofoten zu sehen wenn alles grün ist.

Um 11:45 Uhr fahre ich auf die Fähre in Richtung Lødingen – und hier gibts auch das traditionelle Smørbrød med reker… yummie for my tummie –

die Fährfahrt dauert ca. 1Std. und ein Weilchen düse ich noch über die E10 – bis ich am späten Nachmittag in der Nähe von Leknes ankomme.

Ach ja – die rote Briknes Kirche kann man sehr gerne auch auslassen – aber wenn ich schon mal da bin:

Temperatur (F/M/A): 19/15/17
Must/Don’t See: Briknes Kirche kann man getrost auslassen
Tagesetappe(Start/Ende): 10:20 – 17:45 45 bei Leknes
gefahrene km: +/- 250km
Lager: Brustranda Camping
Ein Wort /Satz in der Landessprache: Smørbrød med reker

Fotos von den Lofoten gibt es erst morgen da ich auf Sonne satt hoffe – mal kucken…

Ein Leben ohne Freuden ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus
Demokrit

PS: meine lieben Landsleute: ich bin SICHER: FÜ ist nicht Füssen, seid gewiss: ich wohne nicht in Füssen, wenn es einer wissen muss, dann eine oder einer der/die da wohnt, gelle 😊

Logbucheintrag 2017,0817

Mission: Nor-Norge entern
Etappe: Der Schneekönig und die Schneekönigin
Ziel: kurz vor den Lofoten

Heute lasse ich das Frühstück sausen – gehe schnell duschen um dann alsbald die Check-Liste abhaken:

Dachluke zu
Aussenstromklappe zu
Bett unten

Motor starten und los… Die Sonne immer voraus und um 8:30 stehe ich am Nor-Norge Tor. Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, die bunten Wellen über der Straße sollen die Polarlichter darstellen.

Ein Grinsen huscht in mein Gesicht – ich atme tief ein und könnte Purzelbäume schlagen es ist so schön wieder hier zu sein. Im Elchs-Galopp sause ich weiter, der Sonne hinterher

denn das eigentliche Ziel ist noch ein paar km entfernt um genau zu sein: ca 356km: Der Polarkreis

Bislang habe ich den Kreis 3x überschritten – immer bei mäßig gutem Wetter (dafür auch mal bei Eis und Schnee) umso mehr hoffe ich heute auf den ersten Sonnenschein. Hinter Mo i Rana wird meine Geduld auf eine harte Probe gestellt – die Norweger bauen die von Eis, Kälte und Trucks geschundene E6 aus / um – teilweise sogar mit neuer Straßenführung. An Baustelle für Baustelle jage ich im Schneckentempo vorbei – der Vordermann wirbelt Staub und Dreck so daß ich mich weiter zurück fallen lasse. ABER welch Überraschung: die Sonne scheint – es wird doch nicht 20 Grad am Polarkreis haben? Zu viel zur globalen Erwärmung. Knappe 90km Baustellengehoppel später steige ich am Polarkreis-Center aus und hui – da weht der Wind – nix mehr übrig von 20 Grad – aber die Sonne rollt den roten Teppich für mich aus.

Ach ihr kennt das Gedöns ja bereits der Polarkreis liegt auf dem Breitenkreis 66° 33′ 55″ – usw. usw. In diesem Fall sind Bilder 1000x schöner als Worte

In Fauske ändere ich kfr. meine Route – ursprünglich wollte ich in Bodø auf die Lofoten übersetzen, aber das Wetter ist so dolle und die Fährpreise für die 4Std. Ganz schön happig – also beschließe ich in Bognes auf die Lofoten überzusetzen.

Die Beste Entscheidung – denn jetzt kommen wir zum Schneekönig: denn ich habe seit 2 Tagen die Scheu verloren norwegisch zu sprechen und jedem der er hören will oder auch nicht muss als Versuchskaninchen herhalten. Am Campingplatz (den ich übrigens schon von 2014 kenne) sitzt ein alter Opa und der freut sich wie ein Schneekönig als ich ihm mal wieder alles was ich auf norwegisch parat habe, präsentiere – und wenn ich nicht so hungrig gewesen wäre, würde ich noch immer snakken – ich freu mich auch wie eine Schneekönigin weil er sich so freut – ach wie sind die kleinen Dinge im Leben doch unbezahlbar…

Temperatur (F/M/A): 11/20/17
Must/Don’t See: Polarkreis
Tagesetappe(Start/Ende): 07:25 Grong – 18:45 45km vor Bognes
gefahrene km: +/- 565km
Lager: Tømmerneset Camping
Ein Wort /Satz in der Landessprache: Kan jeg betale med kort?

Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag
Charlie Chaplin

Logbucheintrag 2017,0816

Mission: km machen dem Weg
Etappe: Atlantershaven
Ziel: irgendwo hinter Trondheim

Heute mache ich einen kleinen Umweg über die Atlantikroute – da sonst nicht viel auf dem Programm steht, außer km machen. Die Küstenstrasse isr wirklich ein schöne Fahrt und wer würde hier nicht folgen:

Ansonsten geht meine Reise über Kristiansund weiter in nördliche Richtung, Richtung Trondheim über die E6 und noch 200km nördlich. Das Wetter ist wirklich gut – es scheint fast als würde die Sonne extra für mich den Regen beiseite drängeln 🌞

Ich sehe zum ersten Mal Polizei die mit Radarpistolen die Geschwindigkeit messen – ein Danke an die Norweger die Lichtzeichen geben und dem Navi sei ebenfalls für die Info über ein Blitzmessgerät welches über 10km die Durchschnittgeschwindigkeit misst, gedankt – die Kolonne hinter mir wird mich verfluchen, aber ich gehe auf Nummer sicher – keine Lust ne Horrende Strafe zu riskieren.

Bei dem wenigen Verkehr ist es wirklich verdammt schwierig dauernde 80/90km/h zu fahren – außerdem muss man ja ein wenig vorwärts kommen.

Am Ende des Tages bin ich knapp 350km vor dem Polarkreis der morgen unbedingt zu schaffen sein muss. Aber ich bin guter Dinge.

Es klingt ein zwar merkwürdig aber ich bilde mir ein je weiter man nördlich kommt umso deutlicher ändert sich die Vegetation – Laubwälder, Büsche und Sträucher weichen mehr und mehr Nadelwäldern und Gräser – außer der goldgelbe Weizen, fügt sich noch nicht in mein Nord-Norwegen-Bild ein.

Temperatur (F/M/A): 14/21/17
Must/Don’t See: Atlantershavsveien
Tagesetappe(Start/Ende): 08:30 Malmefjorden- 18:45 Grong
gefahrene km: +/- 500km
Lager: Langnes Camping Grong – sehr idyllisch weit ab von der E6
Ein Wort /Satz in der Landessprache: Jeg snakker bare lit norsk

Ah ja, eh ich es vergesse – endlich mal ein Campingplatz mit geraden Flächen @Henny: wir brauchen unbedingt so Drauffahrdingens, wo man den Magnus geradedingsen kann denn sonst kann das Wasser nicht richtig abdingsen 😜

Soderla Prost an alle Leser…

Freude ist die einfachste Form der Dankbarkeit
Karl Barth

Logbucheintrag 2017,0815

Mission: Du kannst nicht allen Schlaglöchern ausweichen
Etappe: auf neuen Wegen
Ziel: Aursjøvegen

Wie startet man froh und munter in den Tag? Ja genau: mit Kaffee unter freiem Himmel, zwar bedeckt, aber kein Regen in Sicht

Ich cruise gemütlich auf der 70 Richtung Sunndalsøra – hier nehme ich ein kurzes Stück die 62, wirklich nur kurz und dann links auf die Ministrasse in Richtung
Aursjøvegen. Eine beeindruckende und spektakuläre Bergstraße in Norwegen die ihren höchsten Punkt in 900 m Höhe hat. Gleich hinter der Mautstation geht die Hoppelei los – Schlaglöcher so riesig wie Vulkankrater und zu 95 % Schotterpiste und mit Schotterpiste ist nich festgefahrener Dreck gemeint sondern frischer dicker Kiesel – also manövriere ich ohne ein zurück immer weiter die Serpentinen hinauf – für Henryk auf dem Motorrad bestimmt ein Heidenspaß – aber sicher nichts für Gelände-Ungeübte.

Auf dem Fjell angekommen bietet sich mir ein grandioser Ausblick, ein Stausee der einem Meer auf einer Hochebene gleicht und ein scharfer Wind. Immer wieder muss ich anhalten für einen Fotostopp –

die Route führt mich weiter nach Eikesdal – hier ist das Ende bzw. Anfang der Bergstraße. Egal von welcher Seite man kommt man wird 1000fach belohnt. Wobei die Strecke über Eikesdal am Anfang vermutlich einfacher ist bis auf den Tunnel in dem es schwärzer als die Nacht ist – aber die Kiesel-Straße ist besser festgefahren.

Temperatur (F/M/A): 7/14/17
Must/Don’t See: Aursjøvegen ist Pflicht & Eikesdalsvatnet unbedingt bei Sonne wiederholen
Tagesetappe(Start/Ende): 08:30 Oppdal – 17:45 Malmefjord
gefahrene km: +/- 300km
Lager: Bjølstad Camping
Ein Wort /Satz in der Landessprache: Snakker du tysk eller engelsk

Auch Umwege erweitern unseren Horizont
Ernst Ferstl

Logbucheintrag 2017,0814

Mission: Nix wie runter…
Etappe: Stammstrecke
Ziel: Oppdal

Das kann doch jetzt nicht euer Ernst sein? Die Sonne scheint und ich will einfach nur raus aus Oslo – aber ein wenig Geduld muss ich noch haben: der liebe Zoll zieht mich raus – da ist er dahin, der Vorsprung den ich mir erhofft hatte – denn wer zuletzt auf den Dämpfer düst, der darf ihn auch zuerst wieder verlassen – allerdings komme ich nicht weit, „Ei flaske vin“ (eine Flasche Wein) hat es in sich. Ich reiße bereitwillig alle Türen auf und stelle mich ein wenig dumm an beim Lösen der Spanngurte – versichere mit erster Mine ich vertrage Alkohol nicht so gut und außerdem bin ich auch nicht das Versorgungsfahrzeug der Motorradtruppe die Henryk durch Norwegen führt – und ja: Ich (Frau) fährt alleine 2.500 km ans Nordkap – lieber Zölli du kannst die Kinnluke wieder einklappen. Naja 20 Min später hat er wohl keine Lust mehr sich die Route von mir und Magnus anzuhören und er lässt mich ziehen.

Mit pochendem Herzchen fahre ich auch gleich los – nicht daß er es sich doch noch anders überlegt.

Die Route führt mich auf meine fast schon „Stammstrecke“ – E6 nördliche Richtung mit Zwischenziel Stavkirke Ringebu – immer wieder schön anzusehen.

Und dann auf die 27 – Richtung Rondane Nationalpark – gleich hinter der Haarnadelkurve am weißen Haus vorbei 😍

Rondane ist eine gut erhaltene Kulturlandschaft, die die Geschichte der Ansiedlung von Menschen in kargen Gebieten seit der Steinzeit erzählt. Rondane wurde 1962 als erster Nationalpark Norwegens eingerichtet.

Die Route ist immer wieder ein Abenteuer – zuletzt 2015 im Juni mit schneebedeckten Spitzen der 2000er – kommt mir die Landschaft heute weit weniger Rauch vor – die Route ist eine meiner Lieblingsrouten. Heute mache ich auch noch einen kleinen Abstecher zur Sollia Kirke – klein und beschaulich von Birken eingerahmt.

Mein Weg führt mich zurück auf die E6 und ich schlage kurz vor Oppdal mein Lager auf.

Temperatur (F/M/A): 17/15/17
Must/Don’t See: Stammstrecke
Tagesetappe(Start/Ende): 10:00 Oslo – 18:15 Uhr kurz vor Oppdal
gefahrene km: +/- 410km
Lager: Magalaupe Camping
Ein Wort /Satz in der Landessprache: Ei flaske vin

Der Platz liegt idyllisch am Fluss Driva – dessen Rauschen mich hoffentlich sanft in den Schlaf wiegt – aber vorher lasse ich Magnus noch auf Hochtouren laufen – alles was geht wird ausgepackt und die Weltbeste Tomatensuppe aus der Dose aufgekocht – yummie for my tummle

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende
Demokrit